Toleranzen und Passungen im 3D-Druck

Damit Teile später wirklich zusammenpassen: realistische Maße statt böser Überraschungen.

Was ist realistisch?

Beim Schmelzschichtverfahren (FDM) hängt die Genauigkeit von Geometrie, Material und Ausrichtung ab. Als Erfahrungswert rechnen wir bei Standard-Qualität mit etwa ±0,2 bis ±0,3 mm bei kleinen Maßen und rund ±0,5 % bei größeren. Das ist keine Zusicherung, sondern eine Planungsgröße.

ABS, ASA und PA-CF ziehen sich beim Abkühlen stärker zusammen als PLA oder PETG.

Spiel für Passungen

  • ✓Steckverbindungen, Lager, Gewinde und Deckel: planen Sie etwa 0,2 bis 0,4 mm Spiel ein.
  • ✓Löcher werden eher etwas zu klein als zu groß. Konstruieren Sie Bohrungen für Wellen und Schrauben lieber 0,2 mm größer.
  • ✓Presspassungen sind im 3D-Druck unzuverlässig. Besser: Schnapper, Klemmen oder Schrauben vorsehen.
  • ✓Kritische Maße nennen Sie uns bitte im Hinweisfeld; wir sagen vorab ehrlich, ob sie machbar sind.

Ausrichtung und Stabilität

Gedruckte Teile sind in Schichtrichtung schwächer als quer dazu. Belastete Teile sollten so liegen, dass die Kraft nicht zwischen die Schichten zieht. Mehr Füllung (z. B. 50 %) macht belastete Teile deutlich stabiler. Ein Prüfprotokoll mit Messwerten bieten wir derzeit nicht an.

Technischer 3D-Druck · Prototypen

Häufige Fragen

Wie genau ist 3D-Druck?

Bei kleinen Maßen etwa ±0,2 bis ±0,3 mm als Erfahrungswert. Das hängt von Form, Material und Ausrichtung ab und ist keine Zusicherung.

Kann ein Gewinde gedruckt werden?

Grobe Gewinde ab etwa M8 funktionieren mit Spiel. Für Schrauben in kleinen Maßen sind Gewindeeinsätze oder selbstschneidende Schrauben zuverlässiger.

Soll ich ein Teil zur Probe drucken?

Bei engen Passungen empfehlen wir ein kleines Probeteil nur mit der kritischen Stelle. Das ist schnell gedruckt und günstig.